AllgemeinEhrungen

Reiner Karbowski zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Ein halbes Jahrhundert im Dienst der Stenografie

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verbandes für Informationsverarbeitung NRW e. V. – Westdeutscher Stenografenverband am 21. März 2026 wurde Reiner Karbowski nach 26 Jahren an der Spitze des Verbandes feierlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Entscheidung fiel einstimmig und wurde von den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Verbandsvereine, Bezirke und Gremien mit großem Beifall aufgenommen. Die Übergabe der gerahmten Ehrenurkunde durch den neu gewählten Verbandsvorstand (Benjamin Bialetzki, Natascha Korioth-Czarnecki, Peter Wehlack und Jens Schwichtenberg) markierte einen besonderen Moment der Verbundenheit und des Respekts.

Ein Rückblick auf 50 Jahre Engagement

In seiner Abschiedsrede nahm Reiner Karbowski die Anwesenden mit auf eine Reise durch fünf Jahrzehnte persönlicher und verbandlicher Entwicklung. Er schilderte, wie er 1976 „mit einer mechanischen Kofferschreibmaschine und wenig Talent im Handwerklichen“ seinen Weg in den Stenografenverein Soest fand. Dort begann eine Laufbahn, die ihn über Jugendwettbewerbe, Bezirksmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften bis hin zur Weltmeisterschaft in Belgrad führte. Seine sportlichen Erfolge, darunter mehrere Medaillen und Spitzenleistungen von bis zu 240 Silben und 480 Anschlägen, bildeten den Grundstein für sein späteres Engagement im Ehrenamt.

Mit einem Augenzwinkern erinnerte er sich an sein erstes Wettschreiben und die legendäre Tombola, bei der er eine große Kupferkanne gewann. „Die steht bis heute im Flur und beherbergt meinen Bestand an Regenschirmen“, erzählte er – ein Detail, das viele Schmunzeln auslöste und die Verbundenheit der Anwesenden mit seiner langen Geschichte spürbar machte.

V. l. n. R.: Peter Wehlack, Natascha Korioth, Reiner Karbowski, Benjamin Bialetzki, Jens Schwichtenberg

46 Jahre Vorstandsarbeit – und ein Verband im Wandel

Reiner Karbowskis ehrenamtliche Tätigkeit begann früh und führte ihn durch nahezu alle Ebenen der Verbandsarbeit. Vom Jugendleiter in Soest über den Verbandsjugendleiter bis hin zum stellvertretenden Vorsitzenden und schließlich zum Verbandsvorsitzenden im Jahr 2000 prägte er die Entwicklung des Verbandes maßgeblich. Auch auf Bundesebene war er über viele Jahre aktiv – als Kassenprüfer, Schatzmeister, Vizepräsident und zeitweise sogar amtierender Präsident des Deutschen Stenografenbundes.

Besonders eindrucksvoll war sein Rückblick auf die strukturelle Entwicklung des Verbandes. Er erinnerte an die Zeit, als der Verband 4.500 Mitglieder in 42 Vereinen zählte und die Erwachsenenbildung noch in den Anfängen steckte. Die Ausgründung des Bereichs Erwachsenenbildung im Jahr 2001, der Aufbau der WbI GmbH und die späteren Übernahmen weiterer Weiterbildungswerke markierten aus seiner Sicht zentrale Meilensteine. „Diese Entwicklung und die jetzige Stärke unserer Weiterbildungswerke in unserer Geschäftsstelle sehe ich als größten Erfolg an“, betonte er.

Heute verfügt der Verband über ein Netzwerk von sechs Standorten und eine stabile wirtschaftliche Basis, die maßgeblich zur Zukunftssicherung beiträgt. Gleichzeitig sprach Karbowski offen über die Herausforderungen sinkender Mitgliederzahlen und die Notwendigkeit, den Verband strukturell weiterzuentwickeln.

Ein Blick nach vorn

Mit großer Wertschätzung sprach Reiner Karbowski über die neue Verbandsführung. „Ich halte es für richtig und erfreulich, dass Benjamin Bialetzki, Peter Wehlack und Jens Schwichtenberg die Verantwortung übernehmen“, sagte er. Er zeigte sich überzeugt, dass die kommenden Jahre von einer engen Zusammenarbeit zwischen Verband, Weiterbildungswerken und Vereinen geprägt sein werden. Die geplante Weiterentwicklung hin zu einem „Weiterbildungswerk mit dem Verband als Träger“ sei ein notwendiger und sinnvoller Schritt.

Teilnehmer der Mitgliederversammlung des VfI NRW e. V. am 21.03.2026

Dank und Abschied

Zum Abschluss seiner Rede wandte sich Reiner Karbowski an die vielen Menschen, die ihn über Jahrzehnte begleitet haben. Er dankte den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle und den zahlreichen Schriftfreundinnen und Schriftfreunden im Verband. Seine Worte „Ich danke für 50 Jahre bei den Stenografen. Wir alle haben viele gute Zeiten gemeinsam erlebt. Danke, dass ich ein Teil davon sein durfte“ fassten die Verbundenheit und die emotionale Bedeutung dieses Moments eindrucksvoll zusammen.

Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden würdigt der Verband nicht nur eine außergewöhnlich lange Amtszeit, sondern auch einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg mit großem Einsatz, viel Herz und tiefer Verbundenheit zur Stenografie gewirkt hat. Sein Wirken hat Spuren hinterlassen – in den Vereinen, in den Weiterbildungswerken und in den Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.