Aktivitäten des Jenaer Stenografenvereins

Der Jenaer Stenografenverein beteiligte sich an der wissenschaftlichen Studie, welche anhand des Zehnfingerschreibens automatisiertes, motorisches Verhalten untersucht. Dr. Laura Sperl und Jenni Ruttloff produzierten aus den Ergebnissen eine wissenschaftliche Publikation in einem namhaften internationalen Journal (Experimental Brain Research).

In einem Schreiben an Frau Sabine Smolinki, Vorsitzende des Jenaer Stenografenvereins e. V., bedankt sich die Autorin für die tatkräftige Unterstützung durch Mitglieder des Vereins. Wir freuen uns sehr, dass hier eine so intensive Zusammenarbeit entstanden ist.

Lesen Sie die im folgenden aufgeführte ausführliche Danksagung und die deutschsprachige Zusammenfassung im Anhang.

Liebe Frau Smolinski,
ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass auch aus der letzten Studie aus dem letzten Sommer 2020 eine wissenschaftliche Publikation in einem namhaften internationalen Journal (Experimental Brain Research) entstanden ist.

An dieser Stelle noch mal ein ganz großes Dankeschön, dass Sie uns und meine Studentin Jenny Ruttloff im letzten Jahr, in der es noch einmal mehr schwieriger war, Probanden für wissenschaftliche Studien zu finden, durch Ihre Kontakte Teilnehmer für unsere Studie organisiert haben.

Diesen Dank drücken wir auch nochmal in der Publikation aus, in deren Danksagung Sie erscheinen (am Ende unter der Überschrift Acknowledgements). Ich schicke Ihnen eine PDF der Publikation mit.
Zum Hintergrund: In dieser wissenschaftlichen Studie untersuchten wir erneut automatisiertes, motorisches Verhalten. Zehnfingerschreiber weisen eine hohe Expertise und einen hohen Automatisierungsgrad im Schreiben auf. Zudem gibt es ein ganz klares Reiz-Reaktions-Mapping. Jeder Buchstabe ist nicht nur exakt einer Taste, sondern auch einem Finger zugeordnet. Wie in der zuvorigen Studie aus dem Jahr 2018 konfrontierten wir nun unsere motorischen Experten mit Regeländerungen, die sie vorübergehend in ihrem motorischen Automatismus störten. Nach unserer Serie von verschiedenen Verhaltensexperimenten, betrachteten wir nun in dieser finalen Studie die EEG-Signale (gemessen über das sogenannte EEG = Elektroenzephalogramm). So bekommen wir Einblick in die neuronale Aktivität, also die Hirnströme der Personen. Diese sollten uns Aufschluss darüber geben, wie und in welcher zeitlichen Dimension (im Millisekundenbereich) die Personen mit der Regeländerung zurechtkommen und was dafür konkret kognitiv wie auch neuronal passieren muss. Mit den Ergebnissen konnten wir unsere Annahmen aus den kognitiven Verhaltensexperimenten bestätigen und neue Erkenntnisse zum Themenbereich der kognitiven und motorischen Inhibitionsfähigkeit beitragen. Die Relevanz liegt insbesondere darin, Inhibitions- und Umstellungsvorgänge besser verstehen zu können. Denn in unserer aktuellen Zeit des stetigen Wandels sind wir stetig mit Veränderungen konfrontiert und müssen unsere Gewohnheiten ändern (z.B. durch neue technische Fortschritte, neue Geräte, Gesundheitsorientierung etc.). Aber auch pathologische Veränderungen oder auch die ganz normale menschliche Entwicklung von der Kindheit ins Erwachsenalter führt häufig dazu, dass wir automatisierte Gewohnheiten nicht mehr wie gewohnt ausführen können und uns an neue Bedingungen adaptieren müssen. Das hat auch die internationale wissenschaftliche Community so gesehen und nach einem aufwändigem Gutachtungsprozess hat es diese Studie in das Journal Experimental Brain Research geschafft, worüber wir uns sehr gefreut haben.

An dieser Stelle also nochmal ein großes Dankeschön! Ohne Ihre Hilfe wäre die Studie so nicht durchführbar gewesen, da insbesondere die Zehnfingerschreiber heutzutage immer weniger werden. Dies haben mir auch schon einige Forscher aus anderen Ländern berichtet. Da Sie nicht nur diese, sondern auch schon vorher eine Studie in meiner Promotion unterstützt haben, haben Sie auch in meiner Dissertation einen Platz in der Danksagung erhalten. Ich sende Ihnen einen Auszug sowie eine deutschsprachige Kurzzusammenfassung (3 Seiten) der Inhalte der Dissertation im Anhang mit. So können Sie noch einmal einen kurzen Einblick erlangen, welche Forschung Sie unterstützt haben.

Einen herzlichen Dank und freundliche Grüße
Dr. Laura Sperl

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