Bericht zur Vereinheitlichung der Tastenfelder

Die seit mehreren Jahren laufenden Bemühungen der ISO1 (zu Vereinheitlichung der alpha-numerischen Tastenfelder wurden von neueren Arbeiten der ECMA2) beschleunigt und dabei zum Teil vor vollendete Tatsachen gestellt.

Zunächst waren die Begründungen der ISO für ein möglichst einheitliches Tastenfeld
a) die Erleichterung in der Bedingung verschiedener Maschinen durch eine Person,
b) die Erleichterung des Arbeitsplatzwechsels,
c) Die leichtere Erlernbarkeit der Bedingung anderer Maschinen

Bei dieser Begründung muß (der bei uns ungewohnte Zustand) berücksichtigt werden, daß in anderen Ländern eine Norm für die Schriftzeichenverteilung im Tastenfeld entweder noch gar nicht oder noch nicht lange besteht und darum noch nicht in dem Umfang durchgesetzt ist wie bei uns. So wurde berichtet, daß in Frankreich rund 20 verschiedene Tastaturen von Schreibmaschinen im Gebrauch sind.

Eine Übersicht über die Tastenfelder der Schreibmaschinen in den zu berücksichtigenden Ländern ergab (hier grob gezeichnet) folgendes Bild:

1.Buchstaben

Bei den 26 Buchstaben, die allen Sprachen (die das lateinische Alphabet verwenden) gemeinsam sind, bestehen nur geringe Unterschiede gegenüber dem Tastenfeld für die englische Sprache(dem sogenannten Universal-Tastenfeld):

a) Deutsche Sprache und Ostsprachen: y und z vertauscht
b) Frankreich: a und q, z und w vertauscht, m verlegt auf taste 39,
c) Italien z und w vertauscht, m verlegt auf Taste 39
Die zusätzlichen nationalen Schriftzeichen (z und mehr) liegen an unterschiedlichen Stellen

2.Tiffern

werden z. B. in Frankreich zwar mit den gleichen Tasten, aber überwiegend in Umschaltstellungen geschrieben.

3.Zeichen

Hier zeigt sich eine verwirrende Vielfalt, die nicht zu erklären ist.
Von vornherein bemühte man sich in der ISO, die Vereinheitlichung wenigstens teilweise zu erzielen: die Lage der 26 gemeinsamen Buchstaben, wozu dann erst das Komma und etwas später (nach Überwindung des französischen Standpunktes) der Punkt (Tasten 33 und 37, beide ohne Umschaltung) kamen. Für die weitere Vereinheitlichung erschienen der Weg weit.

Hier setzte der Einfluß der ECMA ein, deren Mitglieder entsprechend dem Vordringen der Datenverarbeitung für ihre Entwicklungen, für Fertigung und Vertrieb nach einheitlichen Regelungen suchten. In Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee 97 der ISO Datenverarbeitung) wurden eine Zeichentafel und ein Code für die Datenfernübertragung ausgearbeitet.

Weil damit in einem gewissen Umfang und zum Teil unerwünscht die Schriftzeichenverteilung im alpha-numerischen Tastenfeld vorausbestimmt wird, versuchte der entsprechende deutsche Arbeitsausschuß des Fachnormenausschusses Maschinenbau im DANN über dem deutschen Ausschuß für Datenverarbeitung Einfluß auf diese bevorstehenden internationalen Regelungen zu gewinnen. Das gelang nicht, weil

  1. die Datenverarbeitung in Unkenntnis der Hintergründe des Bedienens eines Tastenfeldes durch den Menschen und seiner bisherigen Schreibgewohnheiten gar nicht an solche Beziehungen gedacht hatte,
  2. wegen der fortgeschrittenen Entwicklung der Datenverarbeitung solche Erörterungen, die wahrscheinlich Verzögerungen der geplanten Entschlüsse bedeutet hätten, übergangen wurden.

Zeichentafel und Code wurden beschlossen und in der ISO-Empfehlung R 646 festgelegt. Ihr entspricht die deutsche Norm DIN 66 003.

Zeichentafel, Bit-Paarung und Bit-zuteilung bestimmen bei der erwünschten einfachsten technischen Durchführung die Paarung der zwei Schriftzeichen für jede taste, die Umstellung und die Lage der Paare im Tastenfeld. Danach würde das Tastenfeld, das der Zeichentafel und dem Code angepaßt ist, so aussehen wie das hier beigefügte Bild. Der einfluß dessen, was in USA üblich ist, kann nicht übersehen werden.

Weil die Ansprüche an die Zahl und die Belegung der Tasten, die nicht für die gemeinsamen 26 Buchstaben und die 10 Ziffern gebraucht werden, für die Sprachen oder die Länder verschieden sind, wurden die Arbeiten des

Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S.243

Technischen Komitees 95 (Büromaschinen) zur Vereinheitlichung des alphanumerischen Tastenfeldes – jetzt auf der Grundlage der 7-Bit-Code-Zeichentafel – in drei Schritte getrennt:

  1. Einigung über ein Kerntastenfeld als Grundlage für alle alphanumerischen Tastenfelder an Büromaschinen;
  2. Festlegung eines internationalen Tastenfeldes für die Datenfernübertragung auf der Grundlage des 7-Bit-Code und der Zeichentafel nach der ISO-Empfehlung R 646 (deutsche Norm DIN 66 003);
  3. Festlegung nationaler Tastenfelder für die verschiedenen Sprachen (Länder) für Datenverarbeitungsmaschinen und für Schreibmaschinen auf internationaler Ebene.

Dazu kommen dann die Bemühungen um Festlegung der Plätze oder Bereiche für Funktions- und Steuertasten (nach DIN 66 003 sind es 32), die aber hier nicht interessieren.

Inzwischen sind im Subkomitee 14 des Technischen Komitees 95 der ISO festgelegt worden:

Kerntastenfeld

Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S.243

Dem Antrag Deutschlands, der CSSR und Polens (andere ebenso interessierte Länder waren in den Sitzungen und Abstimmungen nicht anwesend) nach Aufnahme einer Fußnote für die sprachlich bedingte Austauschbarkeit von y und z wurde nicht entsprochen.

Internationales Tastenfeld für Datenfernübertragung
nach dem 7-Bit-Code

Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S.244

Der Vergleich mit Bild 1 zeigt, daß für 8 Tasten (33, 37, 40, 41, 42, 45, 46, 47) die Umschaltstellung der Zeichentafel und für 2 Tasten (40 und 41) die Belegung getauscht wurde. Um dem zu entsprechenden, müssen Elemente in die Maschinen eingebaut werden, die den Code sichern.

In diesem internationalen Tastenfeld für die Datenfernübertragung könnte nach unserer Auffassung die Placierung einiger Zeichen sinnvoller sein:

a) Das zusammenlegen des Grundstriches mit der Ziffer 0 auf eine taste schließt die Repetiereinrichtung für den Grundstrich (zum Unterstreichen) aus oder birgt die Gefahr der ungewollten Mehrfachübermittelung der Ziffer 0. (Ursprünglich ist in der Zeichentafel für den Grundstrich eine 48. Taste vorgesehen. Die Umschaltstellung auf der taste 0 ist dort frei).

b) Die Lage der Vor- und Nachklammer für den Grundstrich auf den Tasten 20 und 24 (deutsche Norm) wäre wegen der Links- und Rechtshandbedienung besser.

c) Wegen der Angleichung der nationalen Tastenfelder für Datenverarbeitung und für Korrespondenzschreibmaschinen wären Semikolon und Doppelpunkt besser auf den Tasten 33 und 37 (in Umschaltstellung) untergebracht.

d) Die Unterbringung des Apostrophs, der auch als accent aigu verwendet werden soll, auf Taste 24 ist ungünstig, weil sie das Schreiben ohne Schreibschrift (Tottaste) ausschließt.

Entsprechende deutsche Anträge wurden abgelehnt, Erfolg hatten die Bemühungen , den Mittestrich von 40 nach 41 und zusätzlich in die Grundstellung zu verlegen.

Die Festlegung der Schriftzeichenverteilung in Tastenfeldern, die nationale (sprachlich bedingte) Schriftzeichen enthalten, ist auf internationaler Ebene beabsichtigt, stößt aber offenbar auf Schwierigkeiten, weil die Wünsche recht verschieden sind. Nach deutscher Auffassung würde es genügen, wenn man die Plätze festlegt, auf denen nationale Zeichen untergebracht werden sollten. Das sind nach einem Sekretariatsvorschlag die Tasten 39, 42, 43 (diese innbestritten) und die Grundstellung von 47. Die Vorschläge der Sprachgruppen sehen aber statt Taste 47 andere Regelungen vor. Dabei kommt es auf verschiedene grundsätzliche Absichten und auf eine weitere Abweichung von der ISO-Empfehlung R 646 DIN 66 003) an: die Auflösung der Bit-Paarung, die technisch möglich, nicht besonders aufwendig und ohne Gefahr der Fehlerübermittlung in der Datenfernübertragung ist.

Bei diesen Unterschieden der grundsätzlichen Absichten kommt es auf die folgenden Dinge an: Zwischen dem internationalen 7-Bit-Code-Tastenfeld (Bild3) und den jetzt üblichen Tastenfeldern der Korrespondenzschreibmaschinen bestehen Unterschiede

a) In der Anzahl der Tasten,
b) In der Schriftzeichenverteilung.

Zu a: Für die englische Sprache ist für den Übergang zum Tastenfeld der Schreibmaschine der Verzicht auf 7 Schriftzeichenpläne = 3 ½ Tasten möglich. Man streicht also im Bild 3 die Tasten 45, 46 und 47 mit den für Korrespondenzschreibmaschinen nicht üblichen Zeichen und hat ein Tastenfeld von 44 Tasten für Schreibmaschinen. Auch Taste 44 kann noch wegfallen, und nichts braucht sich in der Belegung der übrigen Tasten zu ändern; der Schriftzeichenbestand ist gesichert. – Für den englischen nationalen Datenverarbeitungsverkehr bleibt es bei Bild 3.

Für die meisten anderen Sprachen sind mindestens 7 Schriftzeichenplätze für nationale Schriftzeichen vorzusehen (bei uns für ö, Ö; ä, Ä; ü, Ü und ß). Das bedeutet für uns bei 46 Tasten der großen Büroschreibmaschinen in Bild 3 Wegfall der Zeichen auf 45, 46 und 47 und Verschieben der Belegung der Tasten 39, 42 und 43 auf 45, 46 (bzw. andere Plätze) und auf die Umschaltstellung von 33 und37, deren Zeichen für die Schreibmaschine entbehrlich sind.

Zusätzliche Probleme entstehen bei der Beschränkung auf 45 bzw. 44 Tasten mancher Schreibmaschinen.

Zu b: Für die erforderlichen Änderungen in der Schriftzeichenverteilung bieten sich die beiden Schnittstellen an

vom internationalen (a) zum nationalen (b) 7-Bit-Code-Tastenfeld und vom nationalen 7-Bit-Code-Tastenfeld (b) zum Tastenfeld der Schreibmaschine (c).

Wegen der vorauszusehenden Bedienung dieser Tastenfelder durch dieselbe Arbeitskraft, den Wechsel einer Arbeitskraft von einer Arbeitsstelle zur anderen oder den Maschinenwechsel auf einer Arbeitsstelle sollen – nach allgemeiner Auffassung – die Unterschiede der Tastenfelder so gering wie möglich sein. Das bedeutet, nachdem das internationale Tastenfeld für den 7-Bit-Code festgelegt wurde, die vertretbarste Anpassung der Tastaturen der Schreibmaschinen zu finden. Die Vorschläge dafür sind (international gesehen) durchaus nicht einheitlich.

Die Unterschiede könnten auf beide Schnittstellen verteilt werden (französische Absicht). Das würde aber zweimaliges Umgewöhnen der Schreibenden bedeuten. Der deutsche Arbeitsausschuß Tastenfeldgestaltung hat sich auf den folgenden Standpunkt gestellt:

            Das Bestreben der ISO, anwenderorientierte Normen zu schaffen, muß ganz besonders

            für Tastaturen gelten. Ihre ungehemmte und fehlerfreie Bedienung muß bei

Maschinen- und Bedienerwechsel durch möglichst gleiche Auslegung (Schriftzeichenverteilung) gesichert sein.

Im Gegensatz zur internationalen 7-Bit-Code-Tastatur (vornehmlich für die Datenfernübertragung) werden die nationalen 7-Bit-Code-Tastaturen vorwiegend nicht für den direkten Datenaustausch (online) benutzt, sondern mehr für die Datenerfassung und die direkte Datenverarbeitung (Abrechnungsmaschinen).

Weil also die nationale 7-Bit-Code-Tastatur und die Schreibmaschinentastatur häufig von derselben Person nebeneinander zu bedienen sein werden und man außerdem in Zukunft Schreibmaschinen immer mehr als Datenerfassungsgeräte einsetzen wird, ist die Angleichung dieser beiden Tastaturen vorrangig gegenüber der zwischen internationaler und nationaler 7-Bit-Code-Tastaur.

Von diesen Voraussetzungen ausgehend wird aus dem Bemühen, das nationale 7-Bit-Code-Tastenfeld und das Schreibmaschinentastenfeld aneinander anzugleichen, folgendes vorgeschlagen:

<und> sind mathematische Zeichen und werden vorwiegend zur Programmierung benutzt. Sie sollten auf eine Taste gelegt werden, die bei der Einschränkung der Tastenzahl (Schreibmaschinen) wegfällt. Weil gleichzeitig Semikolon und Doppelpunkt für die Mehrzahl der Anwendungsfälle unentbehrlich sind, sollten diese beiden Zeichen auf die Umschaltstellung der Tasten 33 und 37 verlegt werden…

Bei der Reduzierung auf 45 Tasten muß der Stern für verschiedene Anwendungsfälle (z.B. Betragssicherung) erhalten bleiben. Deshalb sollten die Zeichen <und> beide auf Taste 46 und der Stern auf Taste 45 gelegt werden…

Aus konstruktiven Gründen ist in der Schreibmaschine das Getriebe für eine 47.Taste nicht unterzubringen. Deshalb ist es nicht zweckmäßig, die Grundstellung der 47.Taste für ein nationales Zeichen vorzusehen. Dementsprechend könnte die Belegung der Tasten 44 und 47 getauscht werden.

Die Taste für accent grave muß eine Tottaste sein. Deshalb darf diese Taste als zweites Zeichen nur den accent aigu tragen. Damit wird die Umschaltstellung auf Taste 24 frei. Nun kann jedoch nicht für zweckmäßig angesehen werden, ein nationales Zeichen, das de, accent aigu weichen muß, in die Umschaltstellung der Taste 24 zu verlegen. Nationale Zeichen müssen im Fluß der Wörter geschrieben werden können. Deshalb wäre es besser, früheren französischen und schwedischen Vorschlägen zu entsprechen und den Schrägstrich in die Umschaltstellung der Taste 24 zu verlegen und die Grundstellung der Taste 40 für ein nationales Zeichen vorzusehen.

Die Tastenfeldbilder, die diesen Vorschlägen entsprechen folgen hier:

7-Bit-Code-Tastaur mit nationalen Zeichen

Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S.269
Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S. 270

Das wären im Schreibmaschinentastenfeld 14 Änderungen für Zeichen, von denen immer nur einzelne (je nach dem Anwendungsgebiet) häufig und dann auch nicht im Schreibfluß (wie bei Wörtern) geschrieben werden. Vielleicht läßt sich in Angleichung an französische Vorschläge noch erreichen, daß der Doppelstrich gegen den Grundstrich getauscht wird, damit die Repetiereneinrichtung möglich oder nicht gefährlich wird.

Die für die deutsche Sprache vorgeschlagene nationale 7-Bit-Code-Tastatur unterscheidet sich von der für die Schreibmaschine dann nur durch die Belegung der Taste 46 (<und>dtatt Weglassungszeichen und Zeichen für Paragraph).

Gegenüber dem internationalen 7-Bit-Code-Tastenfeld würden 9 Shcritfzeichen an anderer Stelle liegen: Schrägstrich, Weglassungszeichen (bzw. accent aigu) , accent grave, Semikolon, Doppelpunkt, größer als, kleiner als, Platz für ß; der accent circonflexe fehlt, Pluszeichen hat die Umschaltstellung gewechselt und ist mit dem Stern kombiniert.

Bemerkenswert ist, daß für die vorgeschlagene Anordnung des deutschen 7-Bit-Code-Tastenfeldes einige Bit-Paarungen aufgelöst werden müßen. (Das wird von Frankreich für die romanische Sprachengruppe ebenfalls verlangt). Technisch ist das auzugleichen, die Kosten dafür sind nicht erheblich.

Diese Vorschläge sind im Einvernehmen der Hersteller und Verbraucher entwickelt worden. Bedenken vom Schreiben her wurden zurückgestellt wegen der angestrebten Angleichung an das internationale Tastenfeld einerseits und an das Schreibmaschinentastenfeld andererseits und unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es sich um Zeichen handelt, die im allgemeinen nicht im Schreibfluß – wie bei Wörtern und wörterfolgen – angewendet werden.

Deutsche Stenographen-Zeitung 1970 S. 271

Besonders Rang nehmen die Erörterungen ein zu der auf internationaler Ebene erhobenen Forderung, die jetzt bei uns übliche Lage der beiden Buchstaben y und z zu vertauschen und damit der internationalen Regelung (sprich: englisch-französischen Regelung) anzupassen.

Hier darf nicht übersehen werden, daß beim Schreiben ein Unterschied besteht zwischen dem Gebrauch der Buchstabentasten, die im Schreibfluß der Wörter und Wörterfolgen angeschlagen werden, um den je nach dem Anwednungsgebiet weniger oft und manchmal sogar selten, vor allem nicht im Schreibfluß gebrauchten Zeichen.

Die 26 Buchstaben des Alphabets (ohne Umlaute und ß) mit Punkt und Komma und den 10 Ziffern bilden das festgelegte Kerntastenfeld. Es entspricht dem sogenannten Universal-Tastenfeld, das ursprüngliche aus den USA nach Deutschland übernommen wurde. Als einzige, offenbar notwendige und bald vollzogene Änderung wurden für die deutsche und andere Sprachen y und z getauscht, obwohl für die deutsche Sprache auch andere Buchstaben ungünstig placiert sind. Hier sei auf die Untersuchungen von Dr. Levasseur verwiesen.

Der Buchstabe „z“ ist in der deutschen Sprache (anders als in der englischen) und in den romanischen Sprachen) erheblich häufiger als „y“.

Nach den Kaedingschen Zählungen (umgerechnet von Levasseur) ist das Verhältnis 64:1. Es verschiebt sich nach oben und unten entsprechend dem Wortschatz der jeweligen Texte). Hier kann aber nur der Durchschnitt gelten.

Der Buchstabe „z“ geht eine Reihe von häufigen Schriftzeichenverbindung ein, die bei einer Rückverlegung unbequem zu schreiben wären, z. B. tz,rz, gz, tzt, zw, rzt.

In Polen, Ungarn, Jugoslawien und in der Tschechoslowakei bestehen ähnliche Verhältnisse.

In Maschinen zur Datenfernübertragung nach dem 7-Bit-Code wäre für die vertauschte Lage von y und z nur ein sehr geringer technischer Aufwand in der Maschine erforderlich, kein anderer als der für nationale Schriftzeichen.

Die Bit-Paarung der 7-Bit-Code-Zeichentafel brauchte für diesen Tausch nicht aufgelöst zu werden.

Bei der vertauschten Lage von y und z könnten die Buchstaben in Maschinen mit nicht vertauschter Lage bei der Datenfernübertragung doch richtig angesprochen werden.

Der Verbraucher würde die Kosten für die vertauschte Lage übernehmen, weil dadurch die Nachteile der unterschiedlichen Lage in den verschiedenen Maschinen eines Betriebes vermieden werden könnten.

Diese Gründe veranlaßten den deutschen Arbeitsausschuß, während der Besprechungen des Subkomitees 14 (Tastenfeldgestaltung) immer wieder darauf hinzuweisen, daß für das nationale 7-Bit-Code-Tastenfeld und für das Schreibmaschinentastenfeld auf die in Deutschland jetzt übliche Lage von y und z nicht verzichtet werden könne. Die CSSR und Polen verfuhren ebenso. (Ungarn, Jugoslawien, Österreich und die DDR, die den gleichen Standpunkt einnehmen, sind nicht Mitglieder der ISO.)

Länder mit englischer und romanischer Sprache und die dort beheimateten Hersteller drängen darauf, daß Deutschland und die ebenso interessierten Länder diese Sonderregelung für y und z aufgeben. Dazu wären auch die folgenden Punkte zu berücksichtigen:

  1. Es ist noch nicht zu übersehen, in welchem Umfang die Datenfernübertragung nicht nur numerisch, sondern auch alphabetisch sein wird.
  2. Es wird darauf hingewiesen, daß mit der in Deutschland üblichen Lage der Buchstaben y und z französische und vor allem englische Texte schlecht zu schreiben wären. Fremdsprachliche Texte nähmen zu.

Dem ist entgegenzuhalten, daß in deutschen Büros die deutschen Texte immer den Vorrang haben werden. Es hat auch bisher niemand beanstandet und verhindert, daß in Schreibmaschinen, mit denen vornehmlich französische oder englische Texte geschrieben werden, die Buchstaben y und z zurückgetauscht wurden. Das wird auch weiterhin möglich sein. Es erscheint aber unangemessen, daß wegen eines Vorteils einer Minderheit die Mehrheit einen Nachteil auf sich nehmen soll.

  • Es ist noch nicht zu übersehen, ob die Betriebe – auch für die internationale Datenfernübertragung und auch für englische Texte – die internationale Auslegung des Tastenfeldes oder die mit den nationalen Buchstaben vorziehen werden. Umlaute müssen im internationalen Verkehr in beiden Fällen ae, oe, ue geschrieben werden. Es kommt nur darauf an, ob auf die Zeichen „eckige Klammern, geschweifte Klammern, Rechtsschrägstrich, senkrechter Strich, Überstrich,“ (die den nationalen Buchstaben weichen müssen) verzichtet werden kann.
  • Es ist noch nicht zu übersehen, ob und in welchem Verhältnis in deutschen Büros, Maschinen, mit internationaler und solche mit nationaler Auslegung des Tastenfeldes nebeneinanderstehen werden.
  • Es ist noch nicht zu übersehen, wieviel Schreibkräfte sowohl Maschinen mit internationaler als auch solche mit nationaler Auslegung oder gar noch Korrespondenzschreibmaschinen nebeneinander werden bedienen müssen.
  • Von den Vertretern Frankreichs wurde darauf hingewiesen, daß ihre Zustimmung zum Kerntastenfeld für sie mehr Umlegungen erfordere als bei uns.

Dem wäre zu entgegen, daß die Verlegung von Schriftzeichen leichter ist, wenn es bis dahin noch gar kein einheitliches Tastenfeld gegeben hat.

  • Es wird behauptet, wir machten uns in den internationalen Verhandlungen lächerlich, wenn wir immer wieder diesen Vorbehalt für y und z beanspruchten.

Zunächst machen wir den Vorbehalt nicht allein. Außerdem könnte man mit besserem Grund sagen, wir machten uns lächerlich, wenn wir plötzlich unseren Standpunkt änderten und damit unsere bisherige Begründung für falsch erklärten.

  • Es darf nicht übersehen werden, daß bei uns die Auslegung des alphanumerischen Tastenfeldes (Schreibmaschinentastenfeldes) seit langer Zeit genormt ist und daß diese Norm sich sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis durchgsetzt hat.

Die Bediener der Schreibmaschinen, die in Deutschland hergestellt sind, und ausländischer Fabrikante, die für den Verkauf in Deutschland dieser Norm entsprechen, sind also sicher, die Schriftzeichen bei allen Maschinen an der gleichen Stelle im Tastenfeld zu finden sowohl in der Ausbildung als auch an ihren Arbeitsplätzen. Dadurch wird das Tastschreiben beim Maschinen- oder Arbeitsplatzwechsel nicht gefährdet und volkswirtschaftlicher Schaden durch Minder- oder Fehlleistungen vermieden. Es ist unbestritten, daß der Tastschreiber dem Tipper in der Leistungsfähigkeit überlegen ist und zugleich geistig und körperlich weniger beansprucht wird.

Andere Länder haben auch Normen, die sich aber, wenn die Herstellung nicht staatlich gelenkt ist, nicht immer so durchsetzen konnten wie bei uns.

Die hier aufgeführten Punkte für den Tausch von y und z müssen durchgedacht und bewertet werden. Sicherlich können nicht alle eindeutig beantwortet werden. Vielleicht sind auch noch andere Punkte zu berücksichtigen. So wird man hier bestimmt den Hinweis auf den Einfluß einer Änderung auf den Unterricht vermissen.

Der Unterricht wird fragen, welche Schriftzeichenverteilung die Maschinen in den Unterrichtsräumen haben sollen oder haben werden. Welche Schulträger werden es jetzt oder werden es zu welchem Zeitpunkt verantworten, ihre Schreibmaschinen umzustellen? Wir können es doch als sicher voraussetzen, daß die an umgestellten Maschinen ausgebildeten Schüler in der Praxis nicht oder nicht immer gleiche Maschinen vorfinden werden. Das ist bei den Zeichen noch erträglich, bei Buchstaben aber nicht, weil schon in der Ausbildung Schriftzeichenfolgen (Komplexe) eingeprägt werden. Wir würden also lange Zeit das Tastschreiben beim Übergang zur Praxis und in der Praxis beim Arbeitsplatz- oder Maschinenwechsel gefährden.

Dieser Punkt ist sicherlich wichtig; schließlich muß sich der Unterricht aber immer mit dem abfinden, was mit Berechtigung von der Praxis verlangt wird.

Zu fragen wäre noch, wer bei uns ein Interesse an dem Rücktausch von y un z hat. Die Maschinenschreiberin dann, wenn überwiegend englische oder französische Texte zu schreiben sind (z.B. bei der Lufthansa) oder wenn Maschinen mit verschiedener Auslegung zu bedienen sind. Der Hersteller, wenn durch Sonderanfertigungen Belastungen entstehen (die finanziell allerdings an den Verbraucher weitergegeben werden).

Hier muß auch betont werden, daß der Tausch oder Rücktausch von y und z dem Hersteller weder besondere Schwierigkeiten bereitet noch hohe Kosten veursacht.

Nicht zuletzt muß abgewogen werden, welche Nachteile größer sind (jetzt und auf die Dauer):

            das Bestehen auf der jetzt üblichen Lage von y und z

            oder die Anpassung an die englische Anordnung

            oder eine Regelung, daß „besondere Verwendungszwecke der Austausch von y und z“

            zuglassen oder vorgesehen ist.

Auf jeden Fall ist eine Neufassung der Norm, wie sie jetzt bevorsteht, so bedeutsam, daß sie nach Auffassung des Berichterstatters nicht für die Bundesrepublik Deutschland allein, sondern als Übereinkunft der Organisationen des gesamten deutschen Sprachraums (BRD, DDR, Luxemburg, Österreich, Schweiz) beschlossen werden sollte.

Hier gibt es den Originalartikel

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